20.08.2020
Deutsche Bank Park

Es werde Licht

Der Leuchtschriftzug des Deutsche Bank Park erstrahlt zum ersten Mal nach der Montage in seiner ganzen Pracht.

Am Donnerstagabend war es so weit. Nachdem die Monteure der Nordlicht GmbH vergangene Woche innerhalb von rekordverdächtigen fünf Tagen den 73 Meter langen und 33,5 Tonnen schweren Leuchtschriftzeug auf dem Dach des Deutsche Bank Parks angebracht hatten, erleuchteten die 16 blauen Buchstaben sowie die 8,46 Meter hohe Bildmarke erstmals den Frankfurter Nachthimmel.

Womit die visuelle Wahrnehmung der zum 1. Juli in Deutsche Bank Park umbenannte Heimspielstätte von Eintracht Frankfurt endgültig greifbar wird. Aus diesem Anlass luden die Geschäftsführer der Eintracht Frankfurt Stadion GmbH Julien Zamberk und Patrik Meyer sowie Christian Rummel, Deputy Global Head of Brand Communications & CSR der Deutschen Bank, und Kerstin Daudert, Geschäftsführerin der Nordlicht GmbH, zum Get-together am Sommerweg vor der Haupttribüne. Unter dem Motto „Werde Licht“ zählten Verantwortliche, Wegbereiter und Projektmitarbeiter enthusiastisch von zehn rückwärts – bis der Schalter umsprang. Auch Axel Hellmann, Vorstandsmitglied der Eintracht Frankfurt Fußball AG und ein maßgeblicher Kopf der Partnerschaft, sowie Stadtrat Markus Frank ließen sich das ganz besondere Ereignis nicht entgehen. Es war der finale Schritt eines mehrmonatigen Kraftaktes, der mit dem Auftragseingang im Mai seinen Anfang genommen hatte.

Die erste Herausforderung lag dabei nicht nur in den Dimensionen des Schriftzugs und der bereits vorhandenen Unterkonstruktion, die es klug zu adaptieren galt, sondern auch im sportlichen Timing: In nur zwei Monaten sollten die Schriftzüge über der Mainmetropole dank über 25.000 weißer und blauer LEDs in ihrem markanten Blau erstrahlen. An dieser Stelle waren clevere und passgenaue Lösungen, professionelle Logistik und permanente Abstimmung mit allen Projektbeteiligten, Genehmigungsbehörden und Gewerken gefragt.

Vom Lkw aufs Stadiondach

Um eine reibungslose Montage zu gewährleisten, wurden die Buchstaben bereits frühzeitig Ende Juli angeliefert. Von den Kleinbuchstaben passten je nach Größe vier bis fünf stehend auf einen Lkw. Allerdings waren diese nicht immer in einem Stück an Bord. Die Großbuchstaben wurden in jeweils zwei Teilen angeliefert und erst am Lagerort zusammengebaut. Die Bildmarke wiederum besteht sogar aus fünf Einzelteilen. Bei allen Buchstaben fehlten zudem einzelne Außenbleche, für den Fall, dass diese beim Anheben für den Transport an einzelnen Kanten verkratzen oder anderweitig Schaden nehmen könnten. Folglich waren diese erst kurz vor der Endmontage als ein ganzer Buchstabe erkennbar.

Besonders in sich hatte es das doppelt verwendete „k“. Aufgrund einer Höhe von 4,84 Metern, einer Breite von 3,21 Metern und eines Gewichts von über 540 Kilogramm musste Nordlicht das „k“ zweiteilen und vor Ort wieder vereinen. Um die Trennung von außen unkenntlich zu machen, brachten die Spezialisten auf der Buchstabenrückseite ein verstecktes waagerechtes Verbindungsstück an, das beide Teile zusammenhält.

Unter Spannung

Wer die farbenfrohen Buchstaben des Schriftzugs des neuen Deutsche Bank Parks von weitem sieht, könnte meinen, sie bestünden aus blauem Kunststoff. Weit gefehlt! In jedem Buchstaben stecken eine stabile verzinkte Stahlkonstruktion und zahlreiche LED-Lämpchen, die durch weiße Verkleidungsbleche aus Aluminium vor Wind und Wetter geschützt werden. Die leuchtend blaue Front der Buchstaben bildet dagegen ein elastisches, aber robustes Spanntuch aus Mischgewebe, auf dem eine durchscheinende Hochleistungsfolie aufgebracht ist. Das Tuch ist mithilfe spezieller Klammern so festgespannt, dass theoretisch sogar ein Mensch darauf laufen könnte.

Blaues Licht mit weißem Kniff

Was nur wenige wissen: Blaue Leuchtschrift verschwimmt für das menschliche Auge im Dunkeln. Deshalb waren in der Planungsphase zahlreiche Experimente notwendig, um eine saubere Kontur der Buchstaben hinzubekommen. Bei der Bemusterung führten die Lichtexperten den Verantwortlichen zunächst zwei Lösungen mit nur weißen und nur blauen LED vor. Doch erst die dritte entwickelte und vorgestellte Variation mit einer Mischung aus beiden Farben überzeugte schließlich die Markenverantwortlichen der Deutschen Bank. Nun verstecken sich rund 25.000 Lämpchen in den Buchstaben, davon etwas mehr blaue als weiße. Dank der modernen LED-Technologie ist dieser Schriftzug sogar noch deutlich energiesparender als frühere Leuchtschriften in vergleichbarer Größe.

Das Schwerste kommt zum Schluss

Als Höhepunkt des Showdowns gilt sicher die Installation des Logos der Deutschen Bank. Mit einer Kantenlänge von 8,45 Metern erreicht die Bildmarke ungefähr die Höhe eines zweistöckigen Reihenhauses und bringt mit einem Gewicht von rund 3,5 Tonnen selbst die erfahrensten Monteure gehörig ins Schwitzen. Diese beförderten den 5,44 Meter langen diagonalen Balken im Inneren bereits am Donnerstag vergangener Woche aufs Dach. Den krönenden Abschluss bilden sodann zwei c-förmige Stücke, die über zwei Mittelteile miteinander verbunden und wie ein Rahmen um den Querbalken festgeschraubt wurden.

Somit war der Schriftzug vollendet und eines der größten Projekte der Firmengeschichte von Nordlicht auf der Zielgeraden ins leuchtende Finale am 20. August.